Web 2.0
Aus Palita
Web 2.0 ist ein durch O'Reilly geprägter Begriff, der neue Technologien und Interaktionsmöglichkeiten im World Wide Web zusammen fasst. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die relativ neuen kollaborativen Elemente auf verschiedensten Webseiten und Social Networking.
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Bedeutung
Der Begriff bezeichnet weniger bestimmte Software oder Techniken, sondern vielmehr die Nutzung und Wahrnehmung des Internets durch seine Benutzer. Die Neuerung besteht darin, dass ursprünglich das Internet eher schwer zu nutzen war und lediglich Informationen bereitstellte. Diese Informationen stammten von verhältnismäßig wenigen Menschen, die ihre eigene Internet-Seite hatten - sei es privat oder kommerziell - und wurden von einer wesentlich höheren Zahl von Menschen nur gelesen. Mittlerweile gleicht sich das Verhältnis an, so kann jeder Benutzer auf irgendeine Art eigenen Inhalt bereitstellen, der ebenfalls von jedem Benutzer gelesen werden kann. Somit wird das Internet von jedem gestaltet, der eigenen Inhalt publiziert. Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Eigenveröffentlichung sind etwa Myspace, Youtube, Flickr, StudiVZ oder Facebook.
Social Networking
Social Networking bezeichnet Dienste, die von Nutzern verwendet werden können um sich selbst in einem sozialen Netz einzureihen. Die bekanntesten Anbieter für diese Netze sind StudiVZ, Myspace, YouTube, wer kennt wen und Facebook.
Alle Anbieter haben grundsätzlich die gleichen, rudimentären Möglichkeiten: ein Benutzer kann
- sein eigenes Profil gestalten und verwalten
- seine Bilder / Videos / Musik hochladen
- andere Benutzer kontaktieren
- eine Liste von Freunden erstellen, die ebenfalls beim gleichen Dienst angemeldet sind
- Profilseiten und Medien anderer Benutzer kommentieren
Diese Dienste werden alle miteinander verknüpft auf der eigenen Profilseite angezeigt, so kann auch jeder (oder mindestens jeder in der Freundesliste) sehen, mit wem man befreundet ist, welche Bilder verfügbar sind und bekommt einen groben (teilweise auch erschreckend detaillierten) Steckbrief über die Person.
Möglichkeiten
Möglichkeiten bietet das Web 2.0 zu genüge. Auch neben reiner Verlagerung sozialer Kontakte, sowie die Kommunikation mit ebendiesen, in die virtuelle Welt (das ist Geschmackssache) und Profitmaximierung von findigen UnternehmerInnen, finden sich Beispiele für Initiativen, welche in emanzipatorischer Absicht (ganz allgeimen, Befreiung von Menschen unfrei machenden Verhältnissen) in gesellschaftliche Verhältnisse eingreifen. Gute Beispiele hierfür sind z.B. so manche Blogs, wie Annalist GenerationY. Nicht selten hört man aus China und anderen Ländern, dass BloggerInnen verhaftet werden (http://netzpolitik.org/2009/iranischer-blogger-stirbt-im-gefaengnis/). Hier werden die Möglichkeiten des Internets genutzt Informationen unabhängig von staatlichen Stellen und Millionenauflagen einer großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Eine weitere sinnvolle Entwicklung stellen selbstverständlich auch die Wikis da. Wobei die technische Seite ersteinmal Inhaltsneutral ist und somit eine Perspektive für ein besseres Leben für alle Menschen nicht notwendig damit einhergeht (naja, wie bei allen technischen Entwicklungen), Stichwort Nazis.
Gefahren
Gefahren bei der Verwendung von sozialen Diensten existieren in verschiedenen Bereichen. Der wohl wichtigste Aspekt ist der Datenschutz.
Wer seine Informationen, Freunde und seinen Steckbrief beispielsweise bei Myspace veröffentlicht, gibt Myspace natürlich auch die Möglichkeit, diese Informationen einzusehen und zu verwerten. Das kann dazu führen, dass diese Daten zu Marktforschungszwecken missbraucht werden und weiterverkauft werden.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass man die Daten einem Anbieter anvertraut. Auch wenn man bei diesem etwa festlegt, dass nur Freunde auf ein Profil zugreifen dürfen, besteht noch immer durch Ausnutzung von Sicherheitslücken oder Unachtsamkeit des Anbieters das hohe Risiko, das Daten dennoch in falsche Hände geraten.
Weiter bietet man etwa seinen "Feinden" die Möglichkeit, alles über einen zu erfahren, und natürlich auch über seine Freunde. Die Anonymität ist dadurch beinahe verloren. Feinde können sowohl persönliche Feinde sein, als auch der liebe Staat oder Verfassungsschutz, der natürlich auch Zugriff auf diese Dienste hat, eventuell auch ohne Einschränkungen. Musste man früher einen jeden, dem man gerne mal §129a anhängen würde, aufwändig überwachen, braucht man jetzt nur noch einen PC um herauszufinden, wo man so hingeht, bei welchen Events / Konzerten man Besucher sein wird und wo der letzte Urlaub war. Auch wenn man in seinen Augen nichts verbrochen hat, heißt das noch lange nicht, dass das bestimmte Einrichtungen genau so sehen.
Viele beruhigen sich mit dem Argument "Wer nichts verbrochen hat, muss nichts verbergen", also kann auch gerne die Polizei ein exaktes Profil erhalten. Aber wer nichts zu verbergen hat, muss auch nicht erfasst werden, was in der Realität leider anders aussieht.
Fallbeispiele
- 1.074.574 StudiVZ Profile (davon 1.035.890 öffentliche) wurden am 9. Dezember 2006 von Dritten systematisch ausgewertet[1]
- Journalisten u.a. der BILD Zeitung und andere Medien besorgen sich in Sozialen Netzwerken Bilder und Informationen[2]
- In den USA werden regelmäßig die auf Sozialen Netzwerken verfügbaren Informationen bei polizeilichen Ermittlungen herangezogen[3]