Freie Software

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Freie Software erlaubt es jedem Benutzer, die Software für jeden Zweck zu verwenden, verändern, studieren und zu verbreiten, sowie sie in veränderter Form zu verbreiten. Dies bezieht sich auch auf die kommerzielle Nutzung.


Inhaltsverzeichnis

Definition

FSF Logo

Die Free Software Foundation (FSF) definiert Software als frei, wenn ihre Lizenz folgende Freiheiten einräumt:

  • Freiheit 0: Das Programm zu jedem Zweck auszuführen.
  • Freiheit 1: Das Programm zu studieren und zu verändern.
  • Freiheit 2: Das Programm zu verbreiten.
  • Freiheit 3: Das Programm zu verbessern und zu verbreiten, um damit einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erzeugen.

Für die Freiheiten (1) und (3) ist der Zugang zum Quelltext Voraussetzung, sonst wird das Verändern eines Programms schwierig bis unmöglich. Sind eine oder mehrere dieser Bedingungen nicht erfüllt, wird die Software als proprietär oder unfrei bezeichnet.

Geschichte

Die Geschichte der freien Software beginnt im Jahr 1984, am MIT (Massachusetts Institute of Technology). Nicht aus Zufall verkaufte die Firma AT&T im gleichen Jahr das erste kommerzielle, d.h. proprietäre Unix System (die Patentierung einzelner Programme begann schon früher). In der Welt der Softwareentwicklung, welche bis dahin vom freien Austausch und den allgemeinen Standarts (, meist zwischen den Universitäten, an welchen geforscht und entwickelt wurde), geprägt war, stellte diese kommodifizierung ("zur Ware werden") ein einschneidendes Ereignis dar. Der vorher freie Austausch von Wissen (in diesem Falle Software) wird den Verwertungsmechanismen des Marktes unterworfen. Die Kooperation zwischen den EntwicklerInnen Teams wird eingeschränkt, oder ganz unterbunden, kurz gesagt: Patente auf Ideen (um diese marktförmig zu haben) verrichteten ganze Arbeit.

Zurück zum MIT, wo die Geschichte der freien Software beginnt. Hier hatte Richard Stallman (damals Mitarbeiter am MIT) Probleme mit einem Drucker. Kurzerhand wollte er den Druckertreiber umschreiben, als er sich allerdings an den Hersteller wandte um den Quelltext zu bekommen (was für ihn zu dieser Zeit wohl noch eine Selbstverständlichkeit war), wurde ihm die Herausgabe aufgrund einer Lizenzbestimmug verweigert.

Nun, wie auch immer die "Druckertreibergeschichte" genau abgelaufen ist, die Problme mit proprietärer Software rückten ins Bewusstsein einiger EntwicklerInnen. Im selben Jahr wurde am MIT das "GNU-Projekt" ins Leben gerufen. Ein Jahr später wurde die "Free Software Foundation" gegründet. Das erklärte Ziel war die Schaffung eines "freien" Betriebssystems (GNU).

Gegen die Lizensierung der Software durch Unternehmen, führte sie die GPL ins Feld. Man machte sich sozusagen die Mittel des Feindes zu nutze. Die GPL erlaubt nämlich unter ihr lizensierte Software nicht nur frei zu Nutzen, sondern auch zu kopieren, und weiterzuentwickeln. Damit die "freie Software" auch solche bleibt, ist in der GPL zusätzlich bestimmt, das der Quelltext jederzeit frei verfügbar sein muss, die Lizenz nicht geändert, und die Software nicht Teil von "nicht-freier", d.h. proprietärer Software werden darf.

Als 1991 Linus Torwalds den von ihm entwickelten "Kernel" (Kern des Betriebssystems) unter die GPL stellte, konnten die vom GNU-Projekt entwickelte Softwarekomponenten mit diesem zum "GNU/Linux" System verbunden werden.

Open Source

Die Open Source Initiative (OSI) wurde 1998 von von Bruce Perens und Eric S. Raymond gegründet. Ziel der OSI ist es die wirtschaftliche Verwertung von freier Software auf dem Markt interessant zu machen. Hierzu wurde der in ihren Augen weniger ideologische Begriff "Open Source" erfunden, mit welchem man die Wirtschaft für freie Software gewinnen will. Außerdem wurden an die Wirtschaft angepasste Open-Source-Lizenzen geschaffen, welche eine Verwertung der unter ihr lizensierten Software ermöglichen.

Lizenzen für Freie Software

siehe Lizenz

Beispiele

Beispiele für freie Software:

Unfreie Software

Proprietäre Software

Proprietär bedeutet etwa "im Eigentum stehend" oder "jemandem zugehörig", Proprietäre Software ist also unfreie (im Gegensatz zu "freier Software"), meist kommerzielle Software.

Siehe auch: Proprietär

Closed Source

Closed Source ist Software, deren Quelltext gar nicht oder nicht komplett zur Einsicht freigegeben wird, somit ist es nicht möglich sie zu studieren, zu verbessern oder sie zu verändern.

Freeware

Freeware wird oft mit Freier Software verwechselt, allerdings hat Freeware damit in erster Linie nichts zu tun. Freeware besagt in der Regel nur, dass die Software ohne Gebühren erhältlich ist, teilweise ist auch die unveränderte Weitergabe gestattet.

Beispiele

Bekannte Beispiele für unfreie bzw. proprietäre Software:

Links zum Thema

  • Das kleine Büchlein "Linux und Co - Freie Software - Ideen für eine andere Gesellschaft" führt nicht nur in einem geschichtlichen Abriss in das Thema "Freie Software" ein, sondern geht auch auf die Verbindung von "Freier Software" und der Möglichkeit einer freien Gesellschaft ein. [ http://www.kritische-informatik.de/fsrevo.htm ] (veröffentlicht unter der GPL)
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