Angriff
Aus Palita
In der Kryptografie ist ein Angriff der Versuch, ein Verschlüsselungssystem zu knacken oder unbemerkt den Netzwerkverkehr zwischen zwei Rechnern über einen weiteren Rechner zu leiten (Man-In-The-Middle-Angriff). Sie setzen jedesmal das Kerckhoffs'sche Prinzip vorraus. Man unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Angriffen.
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Angriffsarten
Passiver Angriff
Ein passiver Angriff kann eine unautorisierte Informationsgewinnung sein durch z.B. Abhören einer Leitung zur Passwortgewinnung (siehe auch: Sniffing).
Die verschiedenen Angriffstypen in der Kryptographie sind:
Ciphertext-Only-Attacke
- Angreifer kennt nur Chiffretext(e)
- Schwächster Angriff
- Jedes Kryptosystem muss gegen Ciphertext-Only-Attacke sicher sein.
- Beispiele:
- Kryptoverfahren, die mit statistischen Angriffen gebrochen werden können, sind unsicher gegen Ciphertext-Only-Angriffe:
- Verschiebechiffren
- Substitutionschiffren
Known-Plaintext-Attacke
- Angreifer kennt Klartext-Chiffretext-Paar(e)
- Er will Schlüssel berechnen oder anderen Chiffretext entschlüsseln.
- Jedes Kryptosystem sollte gegen Known-Plaintext-Attacke sicher sein.
- Beispiele:
- Verschiebungschiffre, Vigenere-Chiffre, ... unsicher gegen Known-Plaintext-Attacke.
- Die Enigma wurde teilweise durch Known-Plaintext-Angriff entschlüsselt.
- Bei jedem Public-Key-Verfahren kann der Angreifer selbst beliebig viele Klartext-Chiffretext-Paare erzeugen.
Aktiver Angriff
Ein aktiver Angriff kann eine unautorisierte Informationsveränderung sein durch z.B. Veränderung von Datenpaketen im Internet (siehe auch: Phishing, Spoofing).
Die verschiedenen Angriffstypen in der Kryptographie sind:
Chosen-Plaintext-Attacke
- Angreifer kennt zu entschlüsselnden Chiffretext c nicht.
- Angreifer kann Chiffretexte zu selbst gewählten Klartexten erzeugen (lassen).
- Er will Schlüssel berechnen oder Chiffretext c entschlüsseln.
- Jedes Kryptosystem sollte gegen Chosen-Plaintext-Attacke sicher sein.
- Beispiele:
- Viele Challenge-Response-Verfahren erzeugen Chiffretexte zu selbst gewählten Klartexten.
- Bei jedem Public-Key-Verfahren kann der Angreifer selbst beliebig viele Klartext-Chiffretext-Paare erzeugen.
Adaptive-Chosen-Plaintext-Attacke
- Angreifer kennt zu entschlüsselnden Chiffretext c.
- Angreifer kann Chiffretexte in zu in Abhängigkeit von c selbst gewählten Klartexten erzeugen (lassen).
- Er will Schlüssel berechnen oder Chiffretext c entschlüsseln.
- Jedes Kryptosystem sollte gegen Adaptive-Chosen-Plaintext-Attacke sicher sein.
- Beispiele:
- Viele Challenge-Response-Verfahren erzeugen Chiffretexte zu selbst gewählten Klartexten.
- Bei jedem Public-Key-Verfahren kann der Angreifer selbst beliebig viele Klartext-Chiffretext-Paare erzeugen.
Chosen-Ciphertext-Attacke
- Angreifer kennt zu entschlüsselnden Chiffretext c nicht.
- Angreifer kann selbst gewählte Chiffretexte entschlüsseln lassen.
- Er will Schlüssel berechnen oder Chiffretext c entschlüsseln.
Adaptive-Chosen-Ciphertext-Attacke
- Angreifer kennt zu entschlüsselnden Chiffretext c.
- Angreifer kann selbst gewählte Chiffretexte c' ≠ c entschlüsseln lassen.
- Er will Schlüssel berechnen oder Chiffretext c entschlüsseln.
- Heute gängiges Sicherheitsmodell für Chiffren.
Angreifertypen
- Innentäter: Mitarbeiter führt Angriff durch
- Hacker: Versierter Angreifer zur Aufdeckung von Schwachstellen ohne finanzielles Eigeninteresse
- Cracker: Versierter Angreifer zur Aufdeckung von Schwachstellen mit finanziellem Eigeninteresse
- Skript-Kiddie: Unversierter Angreifer, der Exploits Dritter verwendet
Ziele
- Berechnung eines kryptographischen Schlüssels
- Berechnung eines Klartextes
- Berechnung von Teilen eines Klartextes
- Fälschung einer Signatur